TROMSØ, DAS TOR ZUR ARKTIS

 

04.- 06. JuLi 2019, Tromsø (69°39´1´´N, 018°57´41´´E)

Tromsø, das Tor zur Arktis.

Tromsø, die größte Stadt in der skandinavischen Polarregion, gilt als das »Paris des Norden«. Es liegt 300 Kilometer nördlich des Polarkreises, auf demselben Breitengrad wie der Norden Alaskas. Besiedelt war es schon zur Wikingerzeit, um 1250 wurde die erste Kirche gebaut. In der Hanse-Ära boomte der Handel und Kommerz. Um 1820 entwickelte es sich zum Hafen für den Seeverkehr ins Nördliche Eismeer. Tromsø war und ist der Ausgangs- und Zielhafen für viele Generationen von Eismeerskippern. Die meisten Expeditionen ins Polarmeer nahmen hier ihren Anfang. Auch Fridtjof Nansen, Roald Amundsen, Carl Weyprecht, Julius Payer brachen von hier zu ihren Polarexpeditionen auf. Im Herbst diesen Jahres wird das deutsche Forschungsschiff »Polarstern« von hier aus zu seiner vielbeachteten Überwinterung im arktischen Eis starten, um eingefroren unter anderem die Eisdrift zu vermessen. Geht man durch den Ort, spürt man die Verknüpfung der Stadtgeschichte mit dem Eismeer an jeder Ecke: Polarinstitut, Polarmuseum, Eiskirche und an den Stegen sehen die Yachten deutlich anders aus, als in dänischer Südsee oder im Mittelmeer. Fast alle sind gebaut und ausgerüstet für Fahrten in den hohen Norden. Eine tolle Atmosphäre. Aufbruchs- und Expeditionsstimmung.

Tromsø, das Paris des Nordens

Die Stadt ist schön. Überschaubar zwar, aber mit ihren malerisch bunten Holzhäuser, den alten Kontorhäusern und einigen gelungenen modernen Bauten einen ausgedehnten Spaziergang wert. Ihr zweiter Beiname »Paris des Norden« entspringt aber dann doch nicht dem architektonischen Vergleich mit der Seine-Metropole. Er stammt aus dem 19. Jahrhundert und beschreibt die besonders elegant, nach neuester Pariser Mode gekleideten Damen der damals weger guter Handelsbeziehungen schon reichen Stadt.

Marevida, Check für´s Eismeer

Wir liegen in dem kleinen Fischer- und Seglerhafen mitten in der Stadt. Um uns pulst tagsüber das Touristen- und nachts das Partyleben. Auf uns allerdings muss beides noch warten. Nach 1998 nautischen Meilen und 52 Reisetagen von Kappeln bis in den hohen Norden Norwegens hat sich die MAREVIDA einen gründlichen Check verdient. Wir bereiten sie und uns auf die Überquerung der berüchtigten Barentssee vor. Die Maschinen bekommen Oel- und Oelfilterwechsel, die Wellendichtungen werden nachgezogen, die Wassertanks und die Bilge gereinigt, eine defekte Lampe im Bad erneuert, der Wassermacher in Betrieb genommen, eine Wasserpumpe gangbar gemacht, das Schiff von oben bis unten gereinigt, Wetter- und Eiskarten immer und immer wieder studiert, eine neue Antenne fürs Satellitentelefon montiert, Seekarten sortiert, alle Systeme von Navigation bis Generator überprüft. Dann klettern, besser ziehen wir uns gegenseitig in die Masten: Riggcheck. Jede Schiffsbewegung – vor allem bei rauer See und starken Winden – belastet den Mast und die Drähte (Stagen), die ihn an Deck eines Schiffes aufrecht halten, deutlich. Vor allem die Befestigungspunkte der Stagen am Mast können sich lockern oder auch brechen. Fatal, sollte dies unter Segeln auf der rauen Barentssee passieren. In einem solchen Fall würde dies fast immer mit einem Mastbruch enden. Entmastet im Eismeer zu treiben ist keine angenehme Vorstellung. Also schauen wir uns jede einzelne Niete, jede Befestigung, jeden Splint genau an. Das dauert. Und bei Temperaturen um 5°C in 25 Metern Höhe über dem Hafenwasser zu pendeln, ist nicht der tollste Job. Muss aber sein. Wir finden nichts. Gut so! Die MAREVIDA ist auch in den Beschlägen (Verbindungs- und Befestigungsteile an Deck) sehr stark gebaut. Es sind lange Tage des Arbeitens. Wir fallen nachts zwischen 1:00 und 2:00 Uhr todmüde ins Bett. Draußen ist es immer noch bzw. schon wieder taghell. Mitternachtssonne. Absolut faszinierend.

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